mewa electronic Lexikon
Dioden
Die häufigsten im Hochfrequenzbereich zum Einsatz kommenden Diodentypen sind PIN-, Varaktor-, Kapazitäts- und Schottky-Dioden. Obgleich all diese Dioden bei niedrigen Frequenzen Gleichrichtereigenschaften aufweisen, werden im Hochfrequenzbereich doch sehr verschiedene Dioden-Charistika ausgenutzt.
Die PIN-Diode ist ebenso wie die Kapazitätsdiode ein
bipolares Bauelement, wogegen die Schottky-Diode ein unipolares
Bauelement ist.
Die Pin-Diode besitzt eine sehr schwach dotierte quasi-intrinsische
Zone zwischen den hoch dotierten p- und n- Anschlüssen, deren
Widerstand über die Spannung beziehungsweise den Strom in einem
weiten Beeich eingestellt werden kann. Da die Grenzfrequenz der
Pin-Diode typisch weit unterhalb von 100 MHz liegt, zeigt
die Diode bei höheren Frequenzen die Charakteristik
eines linearen Widerstands. Da dieser vom DC-Strom abhängt,
wird die Diode als HF-Schalter ebenso wie als regelbarer
Abschwächer eingesetzt. Qualitätsmerkmale dieser Dioden
sind der Hochfrequenzwiderstand im Vorwärtsbetrieb sowie die
Sperrkapazität bei Rückwärtspolung.
Bei Varaktordioden wird die mit der Sperrspannung variierende Kapazität der Verarmungszone(Sperrschichtkapazität) genutzt. Eingesetzt werden diese Dioden als frequenzbestimmende Bauelemente beispielsweise in spannungsgesteuerten Oszillatoren (VCOs). Die Varaktor-Diode ist als pn-Diode aufgebaut, wobei die Form des Dotierstoffprofils, die Kapazitäts-Spannungs-Charakteristik und damit im Schwingkreis die Spannungsabhängigkeit der Resonanzfrequenz bestimmt. Mit Hinweis auf diese abrupte sowie hyperabrupte Dioden unterschieden, wobei sich letztere durch einen außerordentlich hohen Kapazitätshub auszeichnen.
Das Bauelement, das im Hochfrequenzbereich als eigentliche Diode eingesetzt wird, ist die Schottky-Diode. Der unipolare Aufbau mit einem Metallkontakt auf niedrigdotiertem Siliziumhat den Vorteil verschwindend kleiner Diffusionskapazitäten, woraus Grenzfrequenzen weit im GHz-Bereich resultieren. Ein weiterer Vorteil für viele Anwendungen ist die gegenüber von pn-Dioden wesentlich kleinere, über die Wahl des Schottkymetalls einstellbare Einsatzspannung. Schottky-Dioden kommen als Detektor- und Gleichrichterdioden ebenso wie in Diodenmischern zum Einsatz.
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