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Giessharz
Giessharz ist ein Kunstharz, das flüssig zum Endprodukt verarbeitet wird und als dieses oder dessen Bestandteil erstarrt. Die Erstarrung erfolgt im Gegensatz zu schmelzbaren Vergussmassen durch eine chemische Reaktion und ist irreversibel. Sie wird durch Wärme, zugesetzte Härter, Ultraviolettstrahlung oder auch Feuchtigkeit eingeleitet. Das noch flüssige Harz wird in eine wiederverwendbare oder verlorene Form gebracht oder es wird ein Vlies damit getränkt. Den Arbeitsschritt des Einfüllens oder auch die Bauteiltechnologie bezeichnet man als Verguss.
Einkomponentenharze sind vorgemischte Harzsysteme, bei denen die Härtungsreaktion erst oberhalb einer Starttemperatur beginnt. Durch Lagerung unterhalb der Starttemperatur kann die Härtung viele Monate verzögert werden (ggf. gekühlte Lagerung).
Bei mehrkomponentigen Harzen werden Harz (Giessharz) und Härter (sowie evtl. weitere Zusätze wie Füllstoffe, Beschleuniger usw.) unmittelbar vor dem Verguss durch Mischen zusammengebracht, je nach Produkt reagiert das Harzsystem dann bereits bei Raumtemperatur oder erst nach Erwärmung.
Bei gefüllten Harzen wird durch mineralische Zusätze Schrumpf beim Aushärten sowie der Ausdehnungskoeffizient des fertigen Formstoffes reduziert. Im Weiteren verbilligen diese Zusätze das Giessharz häufig und verringern die Brandneigung. Diese Vorteile werden durch die aufwändigere Verarbeitung erkauft, da diese Harze zur Sedimentation neigen.
Die Härtung erfolgt durch Vernetzung der Einzelkomponenten und geht meistens mit einem Volumenschrumpf einher. Hier gibt es auch die Bezeichnung Reaktionsharz. Bei verschiedenen Harzen erfolgt die Härtungsreaktion exotherm, d. h. es wird Wärme frei, was bei großen kompakten Giesslingen zu Problemen führen kann. Spezielle Harze reagieren erst nach Bestrahlung mit Ultraviolett oder bei Kontakt mit Katalysatoren oder Feuchtigkeit. Gute Klarsichtharze sind nach optimaler Verarbeitung von echtem Glas oder Plexiglas kaum zu unterscheiden.
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